The Amazing Spider-Man
Muss man der Spinne ins Netz gehen?



Im Kino startet die Saga vom jugendlichen Außenseiter Peter Parker, der durch den Biss einer radioaktiven genetisch manipulierten Spinne zum Superhelden wird, gerade neu, Activision die bereits seit dem Jahre 2000 Spidey-Games fabrizieren, steuern das passende Game bei.

„Aus großer Kraft folgt große Verantwortung“
In zwölf Jahren hat Activsion bis jetzt zwölf Videospiele mit der Spider-Man-Lizenz veröffentlicht. Darunter Perlen wie das erste PSone-Spiel von Neversoft oder Ultimate Spiderman, aber auch einige richtige Gurken, die man schnell wieder vergessen möchte. Eines der besten und vor allem beliebtesten Spiele war sicherlich Spider-Man 2 zum gleichnamigen Kinofilm. Treyarchs Sandboxspiel begeisterte mit einer stark erweiterten Filmhandlung und einem für damaligen Verhältnissen authentischen New York City. Nicht das schlechteste Vorbild für das Spiel zum neuen Kinofilm – und so bekommen die Spieler nach drei Jahren Pause, in denen man mit Spider-Man: Shattered Dimensions und seinem Nachfolger eher auf den dichten Story-Gameplay-Pfaden eines Batman: Arkham Asylum wandelte, wieder eine offenes Manhattan.
Ein erstes großes Lob verdient das Spiel für die Story: Statt den Kinofilm einfach nachzuspielen, baut das Spiel auf diesen auf und serviert dem Spieler einen Epilog, der sich als waschechte Fortsetzung entpuppt. Geschickt wird an die Ereignisse aus dem Kino angeknüpft und diese werden weitererzählt. Auch nachdem Curt Connors im Irrenhaus sitzt, geht es bei Oscorp nicht mit rechten Dingen zu: Seine Artenforschung mündete in einem gefährlichen Virus, der nun die gesamte Stadt bedroht. Peter Parkers Freundin Gwen Stacey wurde bereits infiziert und es gibt nur einen, der nun helfen kann – genau: Conners, der als Echse eben noch die Stadt in Trümmern sehen und mit seinem Mutagen alle in Echsen verwandeln wollte.

Viel mehr wollen wir euch an dieser Stelle nicht über die Story von Film bzw. Spiel spoilern, The Amazing Spider-Man entpuppt sich als geschickter Mix aus Open-World-Game und großen Innenarealen, in denen die Hauptstory vorangetrieben wird. Wer nun an Arkham City denken muss, liegt genau richtig, und man hat sich nicht nur in diesem Punkt beim augenscheinlichen Vorbild bedient. So ist der neu eingeführte Netzsprung, mit dem ihr euch schnell an einen bestimmten Punk bewegen könnt, 1:1 mit Batmans Greifhaken gleichzusetzen und neben dem offenen Kampf gibt es nun zahlreiche Abschnitte, in denen die Spinne blitzschnell und geplant aus dem Dunklen zuschlagen muss, um einzelne Gegner auszuschalten. Für jede geglückte Aktion, abgeschlossene Mission und gelungenen Combo gibt es Erfahrungspunkte, die nach und nach gegen neue Fähigkeiten und Techniken eingetauscht werden können. Dass man wieder auf eine offene Spielwelt gesetzt hat, bringt Vor- und Nachteile mit sich. Zum einen steigt durch die zahlreichen Nebenmissionen die Spielzeit, wenn man diese verfolgt, um viele Stunden, zum anderen wird man praktisch ständig von der Hauptmission abgelenkt, zumal es wirklich Unmengen an zusätzlichem Sammelbaren gibt. „Soll ich meine Freundin und die gesamte Bevölkerung vor dem Virus retten oder lieber nach den über 700 (!) im Spiel verstecken Comic-Seiten suchen, die man danach am Bildschirm im englischen Original lesen kann.“ Oder man versucht, alternative Anzüge zu finden (Tipp: Im August gibt es eine ganz besondere Geburtstagsüberraschung!). Oder man tritt gegen den im – in einem Zeppelin über der Statt schwebenden – Extreme Reporter (im Englischen genialst von Bruce Campbell gesprochen) an. Ihr seht, der Möglichkeiten gibt es viele, leider aber nur solange ihr nicht die Hauptstory vollendet habt.





