Tales of Graces f
F wie Fehlschlag? Ganz und gar nicht!


Viele Spiele der 13 Hauptteile, aber auch zahlreiche Spin-offs, Mangas und Animes umfassenden Serie fanden überhaupt nicht, sehr spät oder erst in einer Neuauflage den Weg zu uns. Langsam scheint Namco Bandai allerdings klar zu werden, dass es auch hierzulande einen Markt für ihre quirligen, bunten Rollenspiele gibt – wobei langsam ein gutes Stichwort ist: Während man in Japan momentan auf Tales of Xillia 2 (sprich: Teil 14 der großteils nicht zusammenhängenden Serie) wartet, bekommen wir jetzt erst mit Tales of Graces f Episode zwölf.
Epische Slow Motion
Langsamkeit ist auch ein gutes Stichwort, um den Einstieg in die Story zu beschreiben: Wenn wir das erste Mal in die Rolle von Held Ashbel schlüpfen, durchleben wir einen etwa fünf Stunden dauernden Prolog in seiner Kinderzeit, der nicht nur als Tutorial dient, sondern auch die Basis für die Haupthandlung legt. Leider ist dieser Teil der Story rund um Freundschaften, die sich zwischen Ashbel, seinem Bruder Hubert, einem mysteriösen, unter Amnesie leidenden Mädchen namens Sophie und Prinz Richard bilden, nur mäßig interessant und leidet darüber hinaus unter langen Gesprächen, die oft in den Tales of-typischen Skits (optional aktivierbaren, spärlich animierten Dialogen) präsentiert werden. Hat man diesen Einstieg überstanden und die Charaktere erwachsen geworden, zeigt sich Tales of Graces f allerdings dann doch von seiner interessanten Seite und zieht auch im Laufe der Handlung noch tüchtig an der Spannungsschraube. Zwar ist die Story meist vorhersehbar und klischeehaft, dafür warten auch einige dunklere Twists auf euch, die die überdrehte, zuckersüße Anime-Optik kontrakarieren. Apropos Optik: Tales of Graces erschien in Japan ursprünglich 2009 für die Wii und wurde ein Jahr später für PS3 in HD neu aufgelegt. Diese Fassung ist es auch, die jetzt den Weg zu uns findet. Zwar wurde dabei die Grafik überarbeitet, ganz lässt sich der niedriger aufgelöste Ursprung allerdings nicht verschweigen, was sich in so mancher hakeliger Animation oder verwaschenen Hintergründen äußert. Deutlich stärker präsentiert sich hingegen das Kampfsystem, das serientypisch an ein Beat’em-Up erinnert, aber dank eines neuen Punktesystems nicht mit simplem Buttonmashing zu meistern ist, sondern Taktik und geschicktes Ausnutzen der Schwächen der Gegner erfordert: So kombiniert ihr zwei verschiedene Skillarten zu mächtigen Combos, müsst aber immer darauf achten, dass euch die Punkte dafür nicht ausgehen, die nur langsam regeneriert werden.





