Forza Horizon
Ehrung einer Kulturbewegung

Der neue Trend heißt Festivals. Statt einfach nur auf einer Wiese hunderte Autos nebeneinanderzustellen wird heutzutage mehr erwartet: Driftshows, Freizeitparks, Rennen, Show&Shine, Musik, Speis und Trank sowie natürlich möglichst viele, möglichst fette Karren in allen Farben und Formen. Autos waren für viele schon immer mehr als bloße Fortbewegungsmittel – nur werden sie hingegen auch breitenwirksam zusehends zur Kulturbewegung. Und genau dem huldigt Forza Horizon.

Partyyy!
Basics, wie dass Forza Horizon ein Open-World-Titel ist, der in Colorado angesiedelt wurde, sollten jedem Interessierten ja mittlerweile klar sein. Ebenso, dass im Zentrum des ganzen Geschehens hier eben das besagte Horizon-Festival steht, das Fahrer aus aller Welt anlockt und die Basis für viele, packende Rennen bietet. Soweit der lobenswerte, theoretische Ansatz, der ja nicht ganz neu ist (*hust* DiRT *hust*). Praktisch wurde er hier aber deutlich besser umgesetzt als sonst wo. So steckt euch das Spiel gleich zu Beginn in eine brandneue 2013er SRT Viper, während die freundliche Stimme im Radio (prinzipiell gibt es drei Sender – jeder davon cool) erzählt, dass der langjährige Champ des Festivals Gerüchteweise bereits am Weg zum Horizon-Festival ist. Wroom! Getragen von einem ehrfurchtsgebietenden Klangteppich zieht ein Ferrari 599XX an euch vorbei: der Champ. Danach heißt es augenblicklich immer feste druff aufs Gaspedal und schon steckt ihr mitten in eurem ersten Rennen. Der Radio läuft weiter, macht Stimmung während ihr euch unter dem grandios aufgenommenen Motorengeheule der beiden Supersportwagen euren Weg über malerische Straßen Richtung Festival bahnt. Gleich darauf stimmen einige Videosequenzen auf alles ein, was da noch so kommen soll. Man lernt den Technikchef und somit Ansprechpartner für Tuning kennen, trifft auf die ersten, anderen Top-Fahrer, die ab sofort in jeder Fortschrittsstufe (dargestellt durch farbige Armbänder, die man sich verdienen muss) geschlagen werden wollen und auch sonst noch so einiges parat haben. Euch also zum Beispiel zu „inoffiziellen Rennen“ mit hohen Einsätzen einladen. Überhaupt gibt es in Horizon deutlich mehr zu tun, als nur stur von einem Rennevent zum nächsten zu tingeln und zwischendurch die passenden Autos dafür zu kaufen. Spezielle PR-Events, die euch gegen Flugzeuge oder Heißluftballone antreten lassen wollen gemeistert, Blitzer so schnell wie möglich passiert, Schilder für Rabatte beim Tuner zu Klump gefahren oder auch die einen oder anderen übers Radio verbreiteten Gerüchte über seltene Scheunenfunde ergründet werden, wobei sich sodann besonders seltene und coole Karren wie ein BMW M1 finden lassen. Auch die Rennen selbst bieten eine anständige Menge Abwechslung. Punkt zu Punkt-Rennen, Rundkurse, Duelle, Checkpoint-Events. Alles da.

Forza 4, anyone?
Auch die Umgebung kann durch eine gewisse Diversität überzeugen. Dämme, Wälder, kleine Städte und ebene Wüstenflächen wechseln sich ebenso ab wie lange High-Speed-Strecken, kurvenreiche Bergpässe und verwinkelte Rally-Kurse in Industriegebieten. Die Fahrzeugauswahl ist dabei natürlich nicht minder bunt gemischt. Von kleinen Hatchbacks wie einem Citroen DS3R oder Mini, über Sportwagen vom Schlage eines TTRS oder BMW M3 bis hin zu Hypercars à la Koenigsegg und Gumpert ist alles dabei und darf freilich auch im selben Ausmaß getunt werden, wie noch in Forza 4. Apropos Forza 4: Im Vergleich zum „Quasi-Vorgänger“ fehlen nicht nur viele Autos (die wohl „natürlich“ per DLC nachgereicht werden), die, die dabei sind, sehen auch nicht ganz so gut aus. Dafür gibt’s in jedem einzelnen Wagen eine Cockpitperspektive, in der vor allem auch die neuen Lichteffekte zeigen können, was sie draufhaben. Besonders, wenn es dunkel wird und die Scheinwerfer angehen – ein angenehmes Novum für die Serie. Objektiv gesehen aber dann ja doch nur ein „Aufschluss zur Konkurrenz“, die dabei wohl am ehesten Test Drive Unlimited 2 heißt. Und das wiederum bringt uns direkt zum Multiplayer. Während euch im besagten Titel von Namco Bandai nämlich in der offenen Welt immer wieder mal andere, „echte“ Fahrer begegnen, wird hier dasselbe Bild mit KI-Fahrern erzeugt. Will man also gemeinsam mit Freunden losziehen, muss dafür der eigene Free-Roam-Modus in der Multiplayer-Sektion ausgewählt werden, wo dann mit bis zu acht Fahrern losgezogen werden darf um, nebst normalen Rennen, entweder einfach nur Blödsinn zu machen, speziellen Coop-Achievements hinterherzujagen oder andere MP-Modes wie „fangen“ zu spielen. Davon abgesehen beschränken sich die Online-Features dann auf die üblichen Bestenlisten bei allen Events, Speed-Cams usw.






