Dishonored: Die Maske des Zorns
Platz da Glatzköpfe und Hoodieträger, hier kommt der Mann mit der Maske!





Die Einführung neuer Marken ist aber auch undankbar: Viel Aufwand muss vonseiten der Publisher betrieben werden, um den Titel zuerst der Presse und später dann auch noch den Spielern schmackhaft zu machen. Selbst wenn man das Interesse wecken, erste kleine Hypes erzeugen kann, zögern die meisten trotzdem mit Vorbestellungen und Käufen gleich am ersten Tag und warten lieber die ersten Tests ab, bevor sie dann online bestellen oder in den nächsten Laden eilen. Bethesda und Arkane Studios gehört darum schon deswegen Respekt gezollt, weil endlich mal wieder jemand den Mut hat, eine komplett neue Marke einzuführen – samt vieler neuer (Gameplay)-Ideen und einer komplexen und riesigen Spielwelt, die noch Platz für viele, viele weitere Abenteuer bietet. Aber hat sich das Risiko aber gelohnt? Die Antwort – zumindest für uns – haben drei intensive Tage in Dunwall ganz eindeutig geliefert …

Verraten und verloren
In der bisherigen Bewerbung und Berichterstattung haben Publisher Bethesda und Entwickler Arkane Corvo Attano, den Hauptprotagonisten von Dishonored, vorwiegend als düsteren Meuchelmörder inszeniert, der entehrt und verraten nur noch von Hass und Zorn getrieben wird. Im fertigen Spiel lernen wir aber auch eine andere Seite von ihm kennen und erkennen, dass es schlussendlich an unseren Entscheidungen liegen wird, ob Corvo nur rächen oder, wenn nötig, auch verzeihen wird können. Aber von Anfang an: Das Spiel selbst beginnt mit der Rückkehr unserer Hauptfigur nach Dunwall, Hauptstadt des Inselkaiserreiches, dessen Herrscherin er als Kaiserlicher Schutzherr und damit persönlicher Leibwächter dient. Der Ausbruch einer schrecklichen Seuche veranlasste die Kaiserin ihren engsten Vertrauten auf eine Reise zu den anderen Inseln zu schicken, in der Hoffnung, dass man dort vielleicht ein Mittel gegen die Plage kennt. Als er ein paar Tage früher als geplant zurückkehrt, bringt er zwar schlechte Nachricht, aber noch herrscht Frieden in der Stadt. Sowohl die Kaiserin als auch Emily, ihre Tochter und Thronfolgerin, freuen sich über die Rückkehr ihres besten Freundes, doch dann geht alles auf einmal schief. Wir platzten mitten in ein vom kaiserlichen Meisterspion Hiram Burrows geplantes Attentat auf die Kaiserin. Trotz seiner beindruckenden kämpferischen Fähigkeiten kann Corvo die Assassinen allerdings nicht aufhalten, verfügen diese doch über übernatürliche Fähigkeiten, die ihn hilflos zusehen lassen müssen, wie seine geliebte Kaiserin ermordet wird. Nach vollbrachter Tat verschwinden die Attentäter zusammen mit der kleinen Emily spurlos und Corvo wird als Mörder hingestellt und verurteilt. Sechs Monate vergehen, die unser Held unter Folter im Gefängnis von Coldridge verbringen muss. Der Tag seiner Hinrichtung rückt immer näher. Emily bleibt immer noch verschwunden und Burrows hat sich selbst inzwischen zum Lordregenten ernannt und unterdrückt die Bevölkerung, während die Seuche immer weiter um sich greift. Doch dann steckt uns eines Tages eine Wache eine Nachricht und einen Schlüssel zu – irgendwer da draußen will uns scheinbar zur Flucht verhelfen. Unser Ausbruch dient auch gleich als Tutorial und wir lernen zu schleichen und mit unseren ersten Waffen hinterrücks zu morden, oder offen zu kämpfen. Alternativ können wir unsere Gegner aber auch ganz umgehen oder sie mittels Würgegriff schlafen legen. Unser genaues Vorgehen ist dabei eine für den ganzen Spielverlauf wichtige Entscheidung. Verschonen wir die – teilweise ja auch wirklich unschuldigen – Wachen, schützen wir die Bevölkerung und zeigen Güte, anstatt grausame Rache zu üben? Oder kennen wir kein Erbarmen und eliminieren jeden, der sich uns in den Weg stellt? Nicht nur andere Charaktere reagieren auf unsere Entscheidungen, auch die Spielwelt verändert sich durch unsere Taten, die sich im sogenannten Chaosfaktor wiederspiegeln. Metzeln wir zum Beispiel die Stadtwache regelmäßig nieder, bricht die öffentliche Ordnung endgültig zusammen und die Seuche wird noch schneller um sich greifen, mehr angriffslustige Infizierte werden die Gassen unsicher machen. Sogar das Wetter (!) wird gegen Ende entsprechend umschlagen. Doch bis dahin ist es ein langer Weg.








