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Deadlight

A Game of Shadows

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Es fällt ein Schuss – und ein Körper zu Boden, doch langsam richtet sich der unmenschliche Horror wieder auf und schlurft auf euch zu. Das zombiehafte Grauen ist in Tequila Works XBLA-Game Deadlight euer ständiger Begleiter im Spiel aus Licht und Dunkelheit.

Inmitten eines von Untoten überrannten Seattles seid ihr als Protagonist Randall unterwegs, der anfangs unbewaffnet, später mit Axt, Revolver, Pistole und Steinschleuder im Gepäck, die Stadt durchforstet, um seine Frau und seine Tochter wiederzufinden. Obwohl das Spiel als sidescrollender Action-Titel auf den ersten Blick frappierend an Epic Games' im Jahr 2009 erschienenen Summer-of-Arcade-Kracher Shadow Complex mit seinem Metroid-artigen Gameplay erinnert, erwartet euch ein ganz anderer Spielablauf. Freilich klettert Randall über Hindernisse, hangelt sich an Seilen entlang und muss ab und an auch kämpfen, meistens solltet ihr allerdings Munition sparen, Zombies umgehen oder sie in diverse Fallen der Umgebung locken. Via Aktionstaste lassen sich so beispielsweise durch ein Pfeifen angelockte Untote unter Strom setzen oder von Hebebühnen zu fauligem Mus verarbeiten. Bei eurer Reise – deren Story von „The Walking Dead“-artigen Comic-Panels weitergetragen wird – geht es quer durch Vororte, Hochhäuser, Footballstadien, die Kanalisation Seattles – und sogar in eine Militäranlage. Dabei heißt es stets ein offenes Auge zu behalten, denn etliche Secrets warten darauf, von Randall eingesackt zu werden.

Back to the 80's
Tagebuchseiten, Fundstücke von ehemaligen Bewohnern der Stadt sowie LCD-Spielgeräte wecken euren Forscherdrang und laden auch nach dem Durchspielen erneut dazu ein, die einzelnen Kapitel erneut zu besuchen. Praktisch, dass dann angezeigt wird, in welchem Story-Teil euch noch Objekte fehlen. Besonders die drei versteckten Tricotronics sind ein Spaß, weil man diese anschließend auch noch zocken und Highscores aufstellen darf. Diese sind ferner auch ein paar der wenigen Indizien, dass das Spiel im Jahr 1986 angesiedelt ist. Aufgrund des eigenwilligen Stils können die kleinen Details der Umgebung nämlich nicht wirklich auf euch wirken. Weil Randalls Ereignishorizont – anders als der farbige (wenn auch düstere) Hintergrund – komplett in Silhouetten gehalten ist und das Geschehen sehr oft weit herauszoomt, bekommt ihr auffindbare Secets oft nur mit, weil das Symbol zum Aufsammeln erscheint. Der offensichtlich von Games wie Limbo oder Levels aus Donkey Kong Country Returns sowie Rayman Origins geborgte und via Unreal Eninge 3 hübsch präsentierte Look sorgt – auch wenn er nicht immer konsequent durchgezogen wird – für Flair und verdeutlicht den inneren Kampf des Helden. Er selbst – schattiert auf den Bildschirm gebracht – kämpft gegen Untote, die von den Überlebenden als „Schatten“ bezeichnet werden. Ein guter Einfall der Entwickler, denn es ist wahnsinnig atmosphärisch, wenn sich plötzlich aus dem Hintergrund dunkle Schemen lösen und dann als plötzlich erkennbare Zombiemeute auf euch zulaufen.

Licht & Schatten
Weniger unterhaltsam gestalten sich allerdings leider die auf Muss besonders actionreich inszenierten Passagen: Wenn ihr unter Zeitdruck von einem wild feuernden Helikopter flüchten müsst und jede Sekunde zählt, werdet ihr vermutlich so einige Male ins schwarz kolorierte Gras beißen und euch ärgern, weil das Nachladen beim Neustart oft länger dauert als euer Spielversuch. Aber immerhin haben die spanischen Developer durch solche und andere Sequenzen (z.B. kurze Ausflüge in ein unterirdisches Rätsellabyrinth oder Randalls Traumwelt) dafür gesorgt, dass euch im rund drei- bis vierstündigen Aufenthalt im Zombieland nicht langweilig wird. Deadlight beweist: Nicht nur, um betrunken zu werden, sondern auch für Spielspaß gilt – Tequila Works!

Hanns Peter Glock (hpg)
Spielspass
Wertung: 4.5/5

Spielinformationen