Nintendo reagiert auf Konfliktrohstoff-Kritik
Letzte Woche kündigte die Menschenrechtsorganisation Walk Free an, dass sie die Nintendo-Pressekonferenz zum Thema Wii U heute, Donnerstag, als Plattform für einen Protestaktion verwenden wollen. Der Grund dafür ist ein Bericht der Gruppe Enough: The Center of American Progress, der sich mit der Verwendung von Konfliktmineralien in Unterhaltungselektronik durch die größten Vertreter dieser Branche beschäftigt.
Zu diesen Materialen zählen Zinn, Tantal, Wolfram und Gold aus krisengefährdeten Regionen wie der Demokratischen Republik Kongo, wo sie unter Verletzung der Menschenrechte abgebaut und anschließend verkauft werden, um Konflikte weiter zu finanzieren.
In dem Report stellte sich heraus, dass Nintendo in einem Ranking zum Thema "Anstrengungen zur Beendung der Verwendung von Konfliktmineralien" von 24 Branchenvertretern das Schlusslicht darstellte - mit 0 von möglichen 48 Punkten. Zum Vergleich: Microsoft erreichte Platz 10, während der lange mit Konfliktrohstoffen in Verbindung gebrachte Konzern Sony auf Platz 15 eintrudelt.
Nun will Nintendo natürlich gerade seine neue Konsole in eine möglichst gute Verkaufsposition bringen und kommentiert den Report deswegen folgendermaßen:
"Alle Hersteller, die für uns die Konsolen 3DS, Wii und Wii U fertigen, haben uns vertraglich mit der Unterzeichnung unserer Richtlinien zugesichert, dass diese ohne die Verwendung von Konfliktmineralien produziert werden. Außerdem haben wir von jeder der Firmen auch noch eine persönliche Bestätigung eingeholt, dass diese Rohstoffe nicht verwendet werden."
Die erwähnten Richtlinien würden unter anderem "den Schutz der Menschenrechte, die Sicherheit des Arbeitsplatzes, ethische Grundsätze und Umweltschutz" beinhalten und seien schon seit 2008 in Verwendung. Was allerdings weder in den Richtlinien noch im CSR-Report (Corporate Social Responsibility: Eine Zusammenfassung der "guten Taten" eines Konzerns im Bezug auf Umwelt und Gesellschaft) steht: Wurden die zuliefernden Firmen auch unabhängig kontrolliert oder reichte Nintendo die vertragliche Zusicherung? Bisher gab es zu diesem Umstand auch noch keine weitere Stellungnahme des Konzerns.


