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Soundrel
 Betreff des Beitrags: Quo Vadis, Industrie?
BeitragVerfasst: 03.05.2012, 10:31 
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Eins vorweg: Ich bin normalerweise kein Schwarzseher und lache über jeden, der Konsolen/Handhelds/PCs für tot erklärt - die haben alle ihre Berechtigung und werden noch ne Weile "leben". Was mich eher erschüttert, sind Aussagen wie die, die ich gerade vom Chef von Red 5 gelesen habe - siehe auch hier: http://www.gamers.at/newsmeldung/beitra ... wieso.html . Und das ist ja nicht die einzige Aussage in die Richtung in letzter Zeit - denkt an Tim "keiner wollte unser Adventure" Schafer.

Wers nicht lesen will, hier die Aussage, die mich am meisten erschüttert hat, weil sie irgendwie etwas trifft, was ich mir unterschwellig schon gedacht habe: Momentan geht die Schere zwischen AAA-Titeln und dem Rest zu sehr auf (jetzt in meinen eigenen Worten). Das Problem ist, AAA ist momentan einfach schon so teuer, dass hier niemand mehr auf Risiko setzen kann und will. Heißt: AAA ist fast immer ein Ego-Shooter, genau auf das Massen-Core-Publikum zugeschnitten; Innovationen kommen immer öfter nur noch aus dem Indie-Sektor mit geringem Budget, die klassiche Mittelschiene, mit vernünftigen Budgets und etwas anderen Produkten geht immer mehr zurück. Ich mein, ich brauch nur eines meiner Lieblingsgenres, die Adventures, ansehen: dtp, die sich bemüht haben, hier regelmäßig das Genre zu beliefern, ist in Insolvenz. Daedalic, die wirklich gute Spiele machen, jammern über die Verkaufszahlen. Und Telltale ... äh, die machen nicht mehr wirklich Adventures.

Das Schlimme für mich ist, dass ich das gar nicht der Industrie ankreiden kann, denn wir sind ja alle schuld dran. Denken wir daran, welche Spiele wir gern haben, wo wir immer sagen, das sind Meilensteine - ich nenn da von meiner Seite mal Heavy Rain oder auch Shadow of the Colossus - und jetzt vergleich wir die Verkaufszahlen mal mit CoD, WoW und anderen Größen. Richtig: Als Publisher würde ich auch nicht mehr auf interessante innovative Produkte setzen. Aber ist das die Richtung, die wir wollen? Was denkt ihr?

P.S: Keine Ahnung, obs dazu schon einen Thread gab - ich hab die SuFu bemüht, aber nichts gefunden ...

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Zim
 Betreff des Beitrags: Re: Quo Vadis, Industrie?
BeitragVerfasst: 03.05.2012, 14:44 
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Ich glaube, das Problem ist, dass manche Publisher/Entwickler mit viel zu großen Zahlen rechnen.
Nach der Formel: OK wir machen ein Adventure Game für den PC: PC Marktanteil ca. 30%, Adventure Anteil auf PC : 12%, also sagen wir wir brauchen rund 10% um erfolgreich zu sein.

Nehm ich jetzt mal an, dass die Bosse so rechnen :p


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McSchuh
 Betreff des Beitrags: Re: Quo Vadis, Industrie?
BeitragVerfasst: 03.05.2012, 15:21 

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Ich sehe das Problem ähnlich ... in den letzten Jahren (Jahrzehnten?) hat sich eine Abspaltung in zwei Blöcke vollzogen: Mainstream und Anderes. Die erste Kategorie hat Riesenbudgets, Riesenverkaufszahlen und (im Regelfall) keine nennenswerte spielerische Tiefe - macht aber auch irgendwie Spaß, weil´s eben kurzweilig ist. Ich bin ja auch einer, der mit CoD seinen Spaß hat. Auf der anderen Seite stehen die Dinge, die neue Wege ausprobieren und dafür schon einmal die finanzielle Existenz auf´s Spiel setzen. Diese können dann ein unverhoffter Massenerfolg werden, auch wenn dann aufgrund der Vertriebswege wie XBLA und PSN wieder nicht sehr viel Geld übrig bleibt (siehe zum Beispiel Journey - großartiges Spiel, aber die Entwickler sind jetzt wieder auf Publishersuche).
So, lange Rede kurzer Sinn: meiner Ansicht nach haben wir als Spieler das Ganze in der Hand. Wenn wir großen Unternehmen schaufelweise unser Geld für die siebte Iteration eines Shooters in der Rachen werfen (auch wenn´s mal nicht gut ist), dann können die auch nicht merken, dass sie "Unsinn" produzieren. Deswegen der klassische Aufruf: gute, kleine Produzenten unterstützen, Massenmüll nicht kaufen - auch wenn der Name noch so gut ist. Die sollen sich alle wieder anstrengen müssen für unser Geld! ;)

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I´ll never turn. I´ll never bend. I´m with you now - until the end. (The Nightwatchman - Until the end)


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Zim
 Betreff des Beitrags: Re: Quo Vadis, Industrie?
BeitragVerfasst: 04.05.2012, 11:11 
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McSchuh hat geschrieben:
Deswegen der klassische Aufruf: gute, kleine Produzenten unterstützen, Massenmüll nicht kaufen - auch wenn der Name noch so gut ist. Die sollen sich alle wieder anstrengen müssen für unser Geld! ;)


Richtig! und besonderen Fokus bitte auf "MassenMÜLL" es gibt genug Mainstream Games, Skyrim, Battlefield, die den Kauf echt wert sind und mir viele Stunden toller Spielerfahrung für das Geld geboten haben. Aber dann gibts hald auch den Müll. Leider kann der gemeine Gamer, wenn er beim Saturn in der Games Abteilung steht, von Gut und Schlecht nicht unterscheiden. :(


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Soundrel
 Betreff des Beitrags: Re: Quo Vadis, Industrie?
BeitragVerfasst: 04.05.2012, 11:14 
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Ja, aber wichtig wäre eben auch, nicht NUR AAA-TItel zu kaufen. Battlefield mag sein Geld vielleicht wert sein, aber braucht man wirklich noch einen Shooter? Wenn man für sich selbst diese Frage mit nein beantwortet, vielleicht dann doch lieber mal in ein Nischenprodukt investieren, wenn es denn gut ist. Das ist ja fast so, als würde man sich beschweren, dass nur Popkorn-Kino ohne Tiefgang kommt, aber kommt mal ein "guter" Film sind die Säle leer ...

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Sockenbart80
 Betreff des Beitrags: Re: Quo Vadis, Industrie?
BeitragVerfasst: 04.05.2012, 12:18 
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ich kauf die AAA-titel schon seit jahren nur noch sehr selten, gleich bei erscheinen...
dafür kauf ich interessante und innovative projekte sofort, auch wenn diese viel schneller im preis fallen als die AAA-titel.

klar ist das bei online shootern nicht so einfach, da ja alle so früh wie möglich anfangen wollen die perks usw. freizuschalten, aber da mich diese repetitiven onlinescharmützel kaum interessieren, fällt mir diese vorgehensweise leicht.

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genialer georg kreisler:
http://www.youtube.com/watch?v=fkaYbUcqFU8


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Menotar
 Betreff des Beitrags: Re: Quo Vadis, Industrie?
BeitragVerfasst: 13.06.2012, 14:10 
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Computerspiele sind in der breiten Masse angekommen und somit auch für Konsumenten interessant (zur Konsole schiel). Ich spreche daher von Konsumenten, da diese einfach nur wegen dem "Kauferlebnis" bestimmte Spiele kaufen und damit protzen können, dass sie das Spiel zu Hause haben (ähnlich sieht es bei den Raubkopierern aus, die gerne mit einer gigantischen Sammlung angeben). Auch weisen sie ein gewisses Suchtverhalten gegenüber dem Spielen ansich auf. Sie brauchen einfach ihre Dosis Spiel.

Daher haben auch Mainstreamprodukte wie Call of Duty usw. so einen Erfolg. Anstatt nach dem zweiten, dritten Teil die Serie ruhen zu lassen, nutzen die Entwickler/Publisher den Markeneffekt um ihre Spieleserie bekannt zu machen und somit den Verkauf zu steigern.
Beispiel von wo anders: Der Adidas-Check http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/der-adidas-check?documentId=10588160
Es gibt keinen Grund Adidas anderen Markenartikeln den Vorzug zu geben. Aber jeder kennt Adidas und weiß wofür es steht.

Man selbst kann daher nicht warten, dass die Industrie sich ändert. Entweder man versucht aktiv sie davon zu überzeugen, dass sie etwas falsch machen (Inovationsarm, kurze Spieldauer, DRM, Portalzwang, etc.) oder aber man versucht selbst einmal aus der Kosumentenfalle zu kommen und sich bewusst als Kunde für ein Spiel entscheiden. Im Gegenzug gewinnt man einiges an Lebenszeit, die man sonst für langweilige Spiele aufgebracht hätte.

PS: Ich habe erst seit EA mit Origin angefangen hat und dem Debakel um das Ende von Mass Effect 3 ein meine Umwandlung vom Konsumenden zum Kunde beendet.

PPS: Interessanter Link zu der Sendung "Pixelmacher" von ZDF. Man sieht hier wie sich Diablo-Jünger (Konsumenten) auf den dritten Teil stürzen und es wird auf den Onlinezwang eingegangen. Aber auch sonst sind ein paar interessante Themen vertreten Fachjournalisten gegen Blogger zum Beispiel.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1661252/Pixelmacher-Sendung-am-11.-Juni-2012#/beitrag/video/1661252/Pixelmacher-Sendung-am-11.-Juni-2012

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rayman1602
 Betreff des Beitrags: Re: Quo Vadis, Industrie?
BeitragVerfasst: 14.06.2012, 11:31 
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Ich sehe es ähnlich, dass man einfach auch mal Spiele unterstützen bzw. kaufen soll, die halt nicht eine 90er Wertung haben und sich nicht massenweise verkaufen. Habe ich damals gesehen mir Mirror's Edge. Der Titel war toll, das Setting war toll aber es hat sich einfach nicht verkauft und deshalb kann man wohl nur ewig auf einen neuen Teil hoffen. Seither bin ich schon dazu übergegangen, dass ich mir bewusst auch Spiele ansehe, die nicht auf Massenmarkt getrimmt sind. Derzeit wird dies einem ja noch leichter gemacht, weil man an jeder Ecke einen Ego-Shooter findet und ich diese grundsätzlich nicht so gern spiele.

Das grundsätzliche Problem liegt schlicht und ergreifend an der Wirtschaftlichkeit und vielmals auch der Gier gewisser Anteilseigner. Warum sollte ein Titel mit geringerem Budget produziert werden, der sich, wenns hochkommt nur 1 Mio. mal verkauft aber trotzdem gewinnbringend ist, wenn ich zig Millionen reinstecken kann, um am Ende sagen zu können, ich habe 10 Mio. Stück abgesetzt, ob es dann wirtschaftlich war, ist denen doch komplett egal, Hauptsache die Verkaufszahlen stimmen und man hat mehr als die Konkurrenz verkauft.

Mit Diablo 3 ist es doch genau das selbe. Hier zeigt sich in meinen Augen die Falschheit der Gamer in ganz beeindruckender Art und Weise. Überall wird groß geschrien, dass es keine Innovationen mehr gibt und sich niemand mehr etwas neues traut, zusätzlich regen sich alle über das DRM von EA und Ubisoft auf. Diablo 3 vereint diese 2 Kritikpunkte gekonnt zu einem Spiel. Erstens richtiges Always-On DRM. Man kann nicht Singlepayer spielen, wenn die Server down sind und selbst bei einem SP-Spiel hat man Lags. Zweitens ist das Spiel im Grunde nur ein Grafik-Update vom zweiten Teil, da es keine wirklich neueartigen Verbesserungen gegenüber einem Spiel gibt, dass vor über 10 Jahren erschienen ist. An Diablo 3 kann man imo richtig gut ablesen, was derzeit sowohl in der Industrie als auch in den Köpfen der Gamern schiefläuft.

Um es gleich Vorweg zu nehmen, nein ich habe mir Diablo 3 bewusst nicht gekauft, weil ich diese Politik einfach nicht unterstützen will.

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Menotar
 Betreff des Beitrags: Re: Quo Vadis, Industrie?
BeitragVerfasst: 28.06.2012, 10:40 
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Warum EA's Börsenwert abgestürzt ist

http://www.theorigin.de/content.php?772-Warum-EA-s-B%F6rsenwert-abgest%FCrzt-ist

Eine sehr schöne Zusammenfassung warum EA gerade an Wert verliert. Ich persönlich hoffe ja, dass es auch noch eine Weile so weiter geht und EA entweder crasht und dabei wen mit nimmt (Ubisoft, Activision/Blizzard), oder aber durch positive Entscheidung sich regeneriert und anderen Publishern als Vorbild dient.

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Menotar
 Betreff des Beitrags: Re: Quo Vadis, Industrie?
BeitragVerfasst: 24.07.2012, 13:30 
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Steigende Preise, abstürzende Studios
http://www.krawall.de/web/Spielemarkt/special/id,62591/

Viel Spaß beim lesen diesen sehr langen Artikels.

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